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wer hat Angst vor google buzz??!

In Medien on February 11, 2010 by hoagpress

Ich bin und war ein Fan von google – weil die Sachen FUNKTIONIEREN, intuitiv sind und *kostenlos* – (es gibt so viele softwareProdukte, die in jeder Hinsicht das Gegenteil sind) – man zahlt eben mit Daten & Informationen.. es ist aber freiwillig, jeder kann auch fake-accounts erstellen, nicht-valide Angaben tätigen, whatever – it doesn’t care.. ganz im Gegensatz dazu musste ich neulich meine Postadresse angeben, mir einen Brief (per Post) an eben diese zuschicken lassen um mit einem auf dieser Drucksache zur Verifizierung meines physischen Standortes die Telefonsoftware sipgate freischalten zu lassen.. tja, das Programm funzt heute noch nicht, aber ich hatte eine Menge Ärger, die haben meine echte Postanschrift etc.. SIEHE OBEN.. und google talk? bestens natürlich!

Meine gegenwärtige Einschätzung ist die, dass Google an der Masse von Nutzerdaten interessiert ist, nicht an individuellen. Sofern dies so bleibt (und das sollte und muss immer das entscheidende Kriterium bleiben), bin ich zuversichtlich, dass die individuellen Nutzen die potenziellen Missbrauchsmöglichkeiten um Größenordnungen überwiegen und es somit im Kern eine gute Technologie ist.

Mehr noch, ist nicht das Wesen der Demokratie, dass jeder eine Stimme hat, und Mehrheitsentscheidungen zum Wohle der Gesamtheit der Menschen getroffen werden (sollten)?

Und ganz ehrlich, es ist eine juristische gesamtheitliche Abwägung: ich sehe die Daten lieber bei google (einer Firma) als beim Staat – denn wenn die Firma glaubt, echten Schabernack mit *sensiblen* Daten treiben zu müssen, kann man sich immer noch wehren. -wo? -beim Staat!

Andersherum: was der Staat mit den Daten macht, kann man ihm kaum verbieten – jedenfalls nicht schnell genug bei Legislaturperioden von vier oder noch noch mehr Jahren! Jedenfalls wird es keinen Erfolg haben, sich bei google zu beschweren gegen missbräuchliche Nutzung (Stasi 2.0) der durch den Staat gesammelten oder dem Staat vorliegenden Daten;_)

Was nicht und niemals passieren sollte ist, dass der Staat Zugriff auf die Daten von Google hat und dann oben beschriebenes treibt. Wenn ich so darüber nachdenke, ist es natürlich in letzter Konsequenz schon so, dass der Staat immer Zugriff auf durch Unternehmen eingesammelte und akkumulierte Daten hat (Vorratsdatenspeicherung auf Basis von Terrror-blabla), aber wenn der erste Fall bekannt wird, in dem Apple, Google, SAP und Siemens oder andere Unternehmen Kundendaten rausrücken müssen, die sie nicht veröffentlichen wollten (Geschäftsgeheimnisse, Privatsphäre etc) bzw der Staat Zugriff darauf nimmt – BIN ICH RAUS!

Ein wichtiges und wesentliches Unterscheidungskriterium muss die grundsätzliche Bewertung der Legalität der zugrundeliegenden Daten einnehmen. Damit meine ich, eine faire Neuordnung und gesellschaftlich korrekte Neubewertung von juristischen Tatbeständen muss erfolgen, bevor altes Recht einer analogen Welt auf Prozesse, Funktionalitäten und technologische Möglichkeiten einer neuen, digitalen und vor allem im Kern und Herz VIRTUELLEN Welt übergestülpt und damit totgemacht werden!

Es sollte z.B. keine Rechts-vor-Links-Regeln für bits und bites in den Datenleitungen eingeführt werden, nur weil den Politikern und allen anderen Nichtinformatikern zum besseren Verständnis irgendwann einmal erzählt wurde, die Glasfaserkabel seien gewissermaßen Datenautobahnen – und nein, auch kein Geschwindigkeitslimit ist wünschenswert, sei an dieser Stelle noch einmal explizit erwähnt (falls Frau von der Leyen nach neuen Ideen bezüglich des Internets sucht, nachdem ihre ursprüngliche Vision zur Rettung des Internets durch sie selbst (die mit den Stoppschildern) irgendwie dann doch nicht so ganz funktioniert hat, wie sie sich das vorgestellt hat;_)

Das Vorschlagsystem von z.B. google oder aber auch facebook, amazon, last.fm etc. ist im Prinzip nichts anderes als die evolutionäre Fortentwicklung der Rechtschreibkorrektur bei z.B. word, der automatisch-vervollständigen-Funktion bei Browserzeilen oder bei Formulareinträgen etc. Wenn du konsequent in deiner Bewertung bist, musst du das dann auch schlecht finden und eigentlich meiden bzw. nicht nutzen.

Oder man findet das alles gut, geht sogar so weit zu behaupten, dass das der Traum aller menschlichen Anstrengungen sei, eine künstliche Intelligenz (somehow) zu erschaffen, die einem alle oder so viel wie möglich Bequemlichkeiten beschert. (-besorgt?) (-providet!)

Ein Auto ist ja auch nichts böses! Und das merkt sich mittlerweile schon die Sitzposition des Fahrers, Anstellwinkel des Lenkrades, gewünschte oder bevorzugte Klimaeinstellungen und Radiostationen, sogar Anfangs- und Endpunkte häufig gefahrener oder auch nur einmal gefahrener Routen im Bordcomputer! Ist das denn wirklich alles schlecht, was Computer über einen Menschen *wissen*?

Der ausführenden Maschine oder dem Medium und Infrastruktur Internet sind Inhalte ja erst einmal schnuppe. Gerade deswegen ist die Wichtigkeit der Netzneutralität exzeptionell und grundsätzlich als de facto höchstes Gut des Internets als virtuelle Welt festzuschreiben – ganz genau wie *die Würde des Menschen ist unantastbar* (Grundgesetz, Deutschland, Artikel 1). Alle Interventionen müssen auf dessen Grundlage, dies respektierend, geschehen. Damit verbieten sich dann auch solch absurde Ideen wie das von der Ministerin für technologische Inkompetenz Frau Ursula von der Leyen erfundene “Stoppschild” im Internet, die scheinbare Lösung aller Probleme im Internet – und gleichzeitig dessen staatliches Zensur-, Kontroll- und Manipulationsmittel!

Danke, dass das keine Realität wurde sondern nur ein heißer Fiebertraum einer außer Kontrolle geratenen Familienministerin war!

Ich denke, die unterschwellige Angst, die momentan viele derer umtreibt und thematisch beschäftigt, die eben nicht umfänglich um die Funktionalität und die dahintersteckenden Technologien, Konzepte und sogar Philosophien stecken, bescheid wissen, ist weniger die, dass Firmen wie google oder aber staatliche Behörden zu viel über einen wissen. Nein, ich denke, die größere Angst ist die, dass man bald, oder auch schon sehr plötzlich, sich selber beginnt, zu erkennen – weil einem die angebotenen Strukturen des Internets dabei helfen und einen bei der Hand nehmen. Niemand möchte sich selbst erkenen, wer nicht im reinen mit sich sebst ist! Aber es würde sich lohnen, es wäre eine neue Qualität, die noch nie so einfach war, zu erreichen – für so viele!

Es ist eine Zeit gekommen vergleichbar mit der Renaissance – viele neue Erkenntnisse standen noch alten Machthabern und Wissenträgern gegenüber, es gab Glaubenskriege und Kämpfe um Wissen und Wahrheiten! Es sind interessante Zeiten! ;_)

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